Der DRK Ortsverein Rheinfelden e.V. ist ein eingetragener Verein und gehört - obwohl Rheinfelden politisch dem Landkreis Lörrach angehört - organisatorisch zum DRK Kreisverband Säckingen e. V.. Die vollständige Chronik können Sie hier herunterladen.

Als offizielles Gründungsdatum kann der 15.10.1908 zu Grunde gelegt werden. An diesem Tag wurde die Sanitätskolonne Rheinfelden gegründet, die formell dem Badischen Frauenverein unterstand.  Die Mitglieder veranstalteten Übungen und warben Fördermitglieder an. In den Kriegsjahren 1914 - 1918 wurde ein großer Teil der aktiven Mitglieder eingezogen, so dass für die Betreibung des Lazaretts ab 1914 nur wenige Kräfte zur Verfügung standen. 1918 stellte die Kolonne ihre aktive Tätigkeit vorübergehend ein, da nur noch 4 Mitglieder vorhanden waren.  Erst am 26.Mai 1917 erhielt die Sanitätskolonne die offizielle Erlaubnis des großherzoglichen badischen Ministerium des Innern die Erlaubnis, das Rote Kreuz auf weißem Grund als Schutzzeichen sowie die Bezeichnung "Rotes Kreuz" zur Bezeichnung seines Vereines zu benutzen. Die historische Urkunde ist rechts abgebildet.

Ab 1921 erhielt die Sanitätskolonne im Solbad des Frauenvereins Unterrichts- und Geräteräume, so dass ab 1922 wieder Mitglieder ausgebildet wurden. 1927 stellte die Stadt Rheinfelden der Sanitätskolonne beim Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr ein Sanitätsdepot zur Verfügung.

In den Jahren 1912 bis 1925 wurde bereits eine fahrbare Krankentrage genutzt und 1925 durch Spenden der erste motorisierte Krankenwagen angeschafft.

frauenverein

Aber: Bereits seit dem  28.12.1902 gab es den "Zweigverein des Badischen Frauenvereins vom Roten Kreuz".

Diese Gründung verlief nicht ohne Hindernisse. Die Nollinger Frauen wollten die Frauen aus dem "Industriegebiet" nicht in ihrem Verein haben und der katholische Pfarrer sah keinen Bedarf für diesen Verein. Während die Schwierigkeiten noch andauerten, fand der neue Verein jedoch schnell sein umfangreiches und vielseitiges Betätigungsfeld. Die links abgebildete Urkunde vom 20. Oktober 1927 zum 25-jährigen Jubiläum gibt Zeugnis davon.

1907/1908 wurde dann doch gemeinsam mit dem Frauenverein Nollingen ein Tuberkulose-Ausschuss zur Aufklärung der Bevölkerung gebildet sowie Medikamente und Beihilfen verteilt.

1914 - 1918 bildete sich der Ortsausschuss des Roten Kreuzes mit Sitz in Badisch Rheinfelden, in dem auch der Frauenverein des Roten Kreuzes vertreten war. 1914 richtete der Ortsausschuss im ehemaligen Hotel Solbad "Bellevue", heute Bahnhofsplatz, ein Reservelazarett ein, das vom Frauenverein mit der notwendigen Wäsche ausgestattet wurde. Zudem führte er seine Wohlfahrtsarbeit weiter und unterstützte den Ortsausschuss des Roten Kreuzes mit Geld und Material.

1938 wurde per Gesetz der Frauenverein aufgelöst und das Solbad an das Präsidium des DRK in Berlin übertragen, das 1940 die Liegenschaft an die NS-Volkswohlfahrt verkaufte.

1933 wurde das Rote Kreuz gleichgeschaltet. Über die nachfolgende Zeit inklusive der Kriegsjahre ist vom Roten Kreuz Rheinfelden wenig bekannt.

Nach Ende des Krieges wurde 1946 das Rote Kreuz in der französischen Besatzungszone aufgelöst. Erst 1947 erfolge dann mit der Neugründung des Badischen Roten Kreuzes auch die Gründung des DRK Ortsvereines Rheinfelden unter dem Vorsitz des damaligen Bürgermeisters Herbert King. Am 20.3.1951 erfolgte die Wiedergründung des Frauenverein, der dann aber 1953 endgültig aufgelöst und in den DRK Ortsverein Rheinfelden integriert wurde.

1953 wurde vom Ortsverein - über den Landesverband Badisches Rotes Kreuz - als Rechtsnachfolger des Frauenvereins Klage gegen das Land Baden auf Rückerstattung und Wiedergutmachung für die Enteignung der Liegenschaften "Solbad" geführt. 1956 erhielt der Ortsverein als Entschädigung 80.000,-- DM, die zunächst der Stadt Rheinfelden als Darlehen für den Bau des Bürgerheimes zur Verfügung gestellt wurden. Im Jahr 1965 mietete der Ortsverein das Haus in der Alemannenstraße 10, in welchem 4 Wohnungen und Parterre die Räume für den Ortsverein untergebracht waren. 1980 dann konnte der Ortsverein, vor allem auch dank der Entschädigung für das Solbad, dieses Haus für 700.000 DM kaufen.

Sehr bald aber wurde für die sich stark ausdehnende Rettungswache immer mehr Platz benötigt, so dass nach und nach immer mehr der bislang vermieteten Wohnungen mitbenutzt wurden. Die Räumlichkeiten entsprachen dennoch bald nicht mehr den heutigen Anforderungen an die Funktionalität und Hygiene einer Rettungswache und an einen modernen Arbeitsplatz. Deshalb hat der Ortsverein im Juni 2006 mit dem Bau eines neuen Gebäudes in der Römerstraße 1 begonnen, welches am 1. März 2007 bezogen werden konnte. Die offizielle Einweihungsfeier fand am 17. März 2007 statt. Der Neubau auf einem Grundstück, das die Stadt Rheinfelden dankenswerterweise dem Ortsverein in Erbpacht überlassen hat, kostete ohne Einrichtung rund 1,35 Mio. Euro, was durch einen Zuschuss des Landes in Höhe von rund 450.000 € für die Räume der Rettungswache, durch Eigenkapital und auch durch Darlehen finanziert werden konnte.